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Das Gesundheitszeugnis in der Promotionbranche

Promotion ist eine gute Möglichkeit, um nebenher Geld zu verdienen. Grundsätzlich kann jeder Promoter werden und die Tätigkeit im Rahmen seiner zeitlichen Kapazitäten ausüben – jedoch gibt es einige Bereiche, wo ohne entsprechende Dokumente nicht gearbeitet werden darf. Die Rede ist vom Gesundheitszeugnis, welches vorgelegt werden muss, sobald man beim Promotionjob mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Doch was hat es damit auf sich und was muss man tun, um so ein Gesundheitszeugnis zu erhalten?

Was ist ein Gesundheitszeugnis?

Es handelt sich um ein allgemein gültiges Dokument, welches immer dann vorhanden sein muss, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird. Die rechtliche Grundlage dazu bildet der Paragraph 43 des deutschen Infektionsschutzgesetzes. Heutzutage besagt dieses Dokument allerdings nur, dass man an der „Erstbelehrung“ teilgenommen hat, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird. Somit kann das Dokument quasi als Teilnahmebestätigung verstanden werden. Gleichzeitig versichert man im Rahmen seiner Belehrung aber auch, dass man sich in bestem Gesundheitszustand befindet und über die Risiken von Krankheitsübertragung beim Umgang mit Lebensmittel informiert wurde. Um eines zu beantragen, sollte man sich an das Gesundheitsamt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde wenden. Dort werden Termine für die Belehrungen vergeben. Diese finden meist als Videovortrag in Kombination mit mündlichem Vortrag statt. Inhaltlich geht es darum, über Risiken und Gefahren im Umgang mit Lebensmitteln aufzuklären und die Teilnehmer für Hygienemaßnahmen und richtiges Verhalten bei der Arbeit zu sensibilisieren (z. B. Hände waschen vor der Verarbeitung von Fleisch, im Krankheitsfall zu Hause bleiben etc.).
Vor dem Jahr 2001 umfasste die Maßnahme auch eine körperliche Untersuchung, um sicherzustellen, dass der Antragssteller wirklich gesund war. Heutzutage muss weder eine Stuhlprobe abgegeben werden noch eine Lungenuntersuchung stattfinden, weil die Untersuchungen mittels Gesetz durch die Belehrung ersetzt wurden.
Die Bescheinigung ist vor Antritt der Arbeit beim Auftraggeber vorzulegen.

Wo kann man es beantragen und wer bekommt es?

Beantragt wird das Gesundheitszeugnis beim örtlichen Gesundheitsamt. Wer Promotion für einen längeren Zeitraum, beispielsweise als Studentenjob während des Studiums nutzen möchte, sollte sich vorsichtshalber eines zulegen. Denn zwischendurch kann es immer einmal sein, dass ein Promotioneinsatz die Arbeit mit Lebensmitteln beinhaltet.
Wenn man sich erst dann um die Bescheinigung bemüht, kann es schon zu spät sein. Denn die kurzfristige Terminvergabe beim Gesundheitsamt ist nicht gesichert – manchmal kann es bis zu drei oder vier Wochen dauern, bis es wieder freie Termine gibt.
Agenturen möchten das Dokument vor Vergabe ihrer Jobs im Lebensmittelbereich von ihren Promotern vorgelegt bekommen, um kein rechtliches Risiko einzugehen. Kontrollen sind zwar selten, wenn das Amt allerdings bei einer Verkostungsaktion kontrolliert und Ungereimtheiten entdeckt, kann dies zu empfindlichen Abmahnungen und Geldstrafen führen.

Warum brauchen Promoter ein Gesundheitszeugnis?

Eine Erstbelehrung zu besitzen, ist auf jeden Fall ratsam. Am besten ist es, wenn man sie einscannt und in digitalisierter Form zu Hause auf dem PC parat hat. Im Fall der Fälle kann es an eine Jobbewerbung im entsprechenden Bereich einfach angehängt werden und erspart Rückfragen oder Ablehnung der Bewerbung.
Es warten viele Promotionjobs, bei denen man zwangsweise mit Lebensmitteln in Berührungen kommt – wenn man für Cateringunternehmen arbeitet und in der Halbzeitpause das Catering in der VIP-Lounge von Stadien betreut beispielsweise. Auch Verkostungsaktionen erfordern das Dokument und machen großen Spaß. Im Zuge von Direktmarketing kommen sie vor allem in Supermärkten immer wieder zum Einsatz, weshalb es deutschlandweit ständig tolle Jobangebote im Bereich Verkostung gibt (z. B. Sekt-Verkostung, Camembert-Promotion, Smoothie-Sampling).
Theoretisch gesehen muss auch jeder, der auf einer Messe arbeitet und Häppchen serviert oder den Messegästen während der Produktpräsentation Snacks anbietet, eine Erstbelehrung vom Gesundheitsamt vorweisen können. Allerdings sind sich nicht alle Agenturen darüber bewusst oder die Auftraggeber große Firmen, denen es schlichtweg egal ist. Daher wird es in der Praxis so gut wie nie überprüft und stellt auf Messen kein Problem dar.

Kriterien für eine Beantragung und Kosten

Jeder, der volljährig ist, kann zum Gesundheitsamt gehen und sich nach der Belehrung das Dokument aushändigen lassen. Ein Gewerbeschein ist dafür nicht notwendig, da die Belehrung auch von normalen Arbeitnehmern in Anspruch genommen werden kann (Angestellte von Bäckereien, Metzgern etc.).
Die Kosten halten sich im Rahmen und liegen je nach Gemeinde/Stadt bei 25 bis 30 € für die Erstbelehrung. Diese ist nur 2 Jahre lang gültig, danach muss eine Folgebelehrung stattfinden. Eine Folgebelehrung kann aber auch der Arbeitgeber durchführen und muss nicht zwingend vom Gesundheitsamt erfolgen.
Zur Sicherheit sollte man darauf achten, dass das jeweilige Dokument noch Gültigkeit besitzt, denn gerade bei der Vergabe von Promotionjobs geht es oft nach dem „first come first serve“-Prinzip.