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Gewerbeschein – der erste Schritt zum Promotionjob

Wer sich als Promoter etwas dazu verdienen möchte, sollte bedenken, dass es sich dabei um eine selbstständige, nebenberufliche Tätigkeit handelt. Hierfür benötigt man eine gewisse Erlaubnis – diese ist Voraussetzung, um die Tätigkeit ausüben zu können. Auch Auftraggeber achten vor Vergabe ihrer Jobeinsätze darauf. Doch was hat es mit der Gewerbeanmeldung auf sich?

Was ist ein Gewerbeschein?

Promotion-Aufträge werden meistens von Agenturen oder gewerblichen Firmen vergeben. Da diese Unternehmen allerdings keine neuen Festangestellten, sondern nur temporäre Einsatzkräfte suchen, wird ein Promotion-Einsatz immer auf selbstständiger Basis abgerechnet. Das bedeutet: der Auftragnehmer erledigt seinen Einsatz und schreibt seinem Auftraggeber anschließend eine Rechnung. Die Promotion-Tätigkeit ist demnach eine Nebentätigkeit auf selbstständiger Basis. Nun ist es in Deutschland so, dass für selbstständige Tätigkeiten einige Gesetze gelten. Dabei ist es egal, ob es sich nur um eine nebenberufliche oder hauptberufliche Selbstständigkeit handelt – ohne offizielle Erlaubnis darf nicht gearbeitet werden.
Wer Promotion betreiben möchte, muss die Tätigkeit also anmelden und sich quasi die Erlaubnis dazu bescheinigen lassen. Dafür gibt es den Gewerbeschein, der beim jeweiligen Ordnungs- oder Gewerbeamt der Stadt gegen einen kleinen Geldbetrag ausgehändigt wird.
Es handelt sich dabei um ein Dokument, dass auf einer DIN-A4-Seite ausgedruckt wird (daher der Name „Schein“) und ähnlich wie ein Führerschein das Fahren erlaubt, dem Antragssteller die gewerbliche Aktivität erlaubt.
Auf dem Dokument muss angegeben werden, in welchem Umfang die neue Tätigkeit ausgeübt wird (hauptberuflich oder nebenberuflich) und in welchem Bereich sie stattfindet. Hierbei gilt: Es darf nur ausgeübt werden, was auch wirklich auf der Gewerbeanmeldung steht.
Im Bereich Promotion ist es besonders heikel – viele Ämter akzeptieren den Begriff nicht, weil er den Tätigkeitsbereich nicht hinreichend definiert. Deshalb muss stattdessen „Warenverteilung“, „Verbreitung von Werbemitteln“, „Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen“ oder auch „Flyer verteilen“ angegeben werden. Dann steht dem erfolgreichen Studentenjob nichts mehr im Wege.
Eine Gewerbeanmeldung ist nicht nur notwendig, um nicht mit dem Gesetzgeber zu kollidieren, sondern auch wichtig für die Auftraggeber. Denn auch diese möchten korrekt handeln und vor Vergabe ihrer Jobs oder bei Einreichung der Rechnung meistens einen Nachweis der Gewerbeanmeldung sehen. In manchen Fällen kann es sein, dass eine Bewerbung auf einen Promotionjob schon im Vorfeld abgelehnt wird, wenn kein Gewerbescheinnachweis vorhanden ist.

Beantragung und weitere Schritte

Die Anmeldung der Erlaubnis erfolgt beim Gewerbeamt. Manche Städte lassen Gewerbeanmeldungen auch über das Ordnungsamt laufen. In beiden Fällen benötigt der Vorgang maximal eine Viertelstunde und kostet ein wenig Geld (ca. 20 Euro). Das Dokument wird gestempelt und unterzeichnet und sollte zu Hause sorgfältig abgeheftet werden. Am besten fertigt man sich direkt eine Kopie davon an, die auch in digitaler Form (z. B. eingescannt) auf dem PC vorhanden ist und im Fall von Bewerbungen auf Jobausschreibungen oder bei Agenturen direkt verschickt werden kann.
Eine Gewerbeanmeldung löst weitere Schritte aus, die im Hintergrund zwischen den Ämtern ablaufen. Das Gewerbe- oder Ordnungsamt leitet die aufgenommenen Daten an das Finanzamt weiter, welches dem Antragssteller daraufhin einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schickt. Diesen gilt es auszufüllen und zurückzuschicken, damit eine Steuernummer vergeben werden kann. Die Steuernummer ist später wichtig, weil sie auf jeder Rechnung angegeben werden muss. Bei der steuerlichen Erfassung muss der zu erwartende Gewinn pro Geschäftsjahr eingeschätzt werden – dieser ist niedrig zu halten, damit man unter die Kleinunternehmerregelung fällt und von der Mehrwertsteuer befreit ist.
Wenn das erledigt ist, kann es losgehen mit den ersten Jobeinsätzen!
Die Kosten für die Anmeldung bei den Behörden können übrigens als Betriebsausgaben bei der ersten Steuererklärung gegen den Gewinn gerechnet werden.

Kriterien, um als Promoter eine Gewerbeanmeldung zu beantragen

Im Prinzip kann jeder einen Gewerbeschein beantragen. Die Voraussetzung dafür ist, einen gültigen Personalausweis bei sich zu tragen – denn diesen möchte das Amt sehen, bevor es das Dokument ausstellt. Natürlich sollte man sich nicht in einer Privatinsolvenz befinden oder schon einmal Steuern hinterzogen haben, denn dann wird es schwer, mit der Anmeldung.
Um als Promoter hinterher Aufträge zu bekommen, sind aber nicht nur die Gewerbeanmeldung wichtig, sondern auch das Auftreten und die Wortgewandtheit des jeweiligen Antragsstellers. Am besten ist es, wenn man sich breit gefächert bei Promotion-Agenturen bewirbt, um in deren Promoter-Pool sowie Mailverteiler aufgenommen zu werden. So ist es leichter, an Jobeinsätze zu kommen.