Tipps & Wissen

Wichtige Versicherungen für Promoter

Wer als Promoter arbeitet, sollte über ein Mindestmaß an Absicherung verfügen – denn während eines Promotionjobs kann immer etwas ungeplant schiefgehen. Im Fall von fehlenden Versicherungen ist ein Missgeschick nicht nur deshalb ärgerlich, weil dann eventuell keine Folgeaufträge mehr winken, sondern auch, weil es eine Einzelperson ohne entsprechende Absicherung unvorhergesehen sehr viel Geld kostet.
Von daher kann es ratsam sein, direkt zu Beginn der Promotion-Laufbahn mit den richtigen Absicherungen zu starten – egal, ob der Beruf nur hin und wieder ausgeübt oder als dauerhafter Nebenjob praktiziert wird.
Doch welche Versicherungen kommen in Frage und wie viel laufende Kosten produzieren diese?

Haftpflicht abdecken

Man kennt es aus dem privaten Bereich: Eine kleine Unachtsamkeit genügt, und schon geht etwas zu Bruch – es gilt, den entstandenen Schaden zu ersetzen. Da der Geschäftsbereich von Promotion vielseitige Einsatzorte umfasst und diese Art des Direktmarketings an den unterschiedlichsten Locations stattfindet, gibt es genauso viele Fälle, bei denen ein möglicher Materialschaden entstehen kann: Beispielsweise, wenn auf einer Abendveranstaltung ein neues Getränk promotet wird und man beim Auspacken der Gläser aus Versehen eines fallen lässt. Oder beim Aufbau des Promotionstands mitgeholfen wird und man aus Versehen einen Hammer auf den Fuß von einer anwesenden Person fallen lässt.
In der Realität sind „Betriebsunfälle“ bei der Arbeit als Promoter oft noch skurriler, weshalb viele nicht damit rechnen und vergessen, sich dagegen abzusichern.
Eine Privathaftpflicht greift in diesen Fällen nicht, weil man nicht privat am Ort des Geschehens war. Daher ist eine Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige ratsam.
Diese deckt Material- und Personenschäden im Bereich der Geschäftstätigkeit ab und kann als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Natürlich könnte man im Ernstfall auch behaupten, man sei aus privaten Gründen am Einsatzort gewesen, und den Fall bei der Privathaftpflichtversicherung einreichen. Doch das wäre Steuerbetrug und würde ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Privathaftpflichtversicherung kommt für alle anderen Schäden auf, die rund um den Promotion-Einsatz entstehen können (wenn man es eilig hat, zum Einsatzort zu kommen und auf dem Weg dahin im Haus beispielsweise eine Vase umwirft). Wer also beide Arten von Haftpflichtversicherung besitzt, ist auf der sicheren Seite und schützt sein Privatvermögen, welches ansonsten verwendet werden müsste, um den entstandenen Schaden zu bezahlen. Eine umfangreiche Betriebshaftpflicht kostet zwischen 20 und 30 Euro pro Monat. Es gibt aber Sonderangebote von einigen Anbietern, die eine spezielle Promoter-Haftpflicht-Versicherung schon ab 6 Euro pro Monat anbieten.

Krankenversicherung wählen

Die Krankenversicherung ist bei einem Promotionjob genauso wichtig wie bei einer Festanstellung. Denn seit dem Jahr 2007 gilt in Deutschland für Selbstständige Versicherungspflicht, d. h. die Wahl zwischen einer privaten oder freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung. Während selbstständige Promoter bei der Privatversicherung einen fixen, einkommensunabhängigen Betrag zahlen müssen, gibt es bei der gesetzlichen Krankenkasse einen einkommensabhängigen Beitragssatz. Wer gerade erst angefangen hat, kann kein bestimmtes Einkommen nachweisen und beginnt daher bei dem Mindestsatz für Selbstständige, sofern er nicht über die Eltern mitversichert ist. Das ist dann der Fall, wenn er sich noch in der Ausbildung befindet oder die Tätigkeit als Studentenjob ausübt. Im Laufe der Jahre kann es sein, dass der Beitrag angepasst wird, weil die Krankenkasse die jährliche Einkommenssteuerbescheinigung vorgelegt haben möchte und den Beitrag daran bemisst.
Bei der privaten Krankenversicherung richtet sich die Versicherungsprämie nach Alter, Gesundheitszustand und den vereinbarten Leistungen. Versicherte zahlen oft mehr, genießen dafür aber auch umfangreichere Leistungen.
Wer während eines Jobeinsatzes krank wird, muss übrigens nur in seltenen Fällen und bei strengen Verträgen eine offizielle Krankmeldung vom Arzt vorlegen. Nichtsdestotrotz ist eine Versicherung zumindest auf freiwilliger gesetzlicher Basis empfehlenswert, weil diese auch die Kosten von Medikamenten im Krankheitsfall mindert.
Im Schnitt kostet eine Krankenversicherung zwischen 180 und 400 Euro pro Monat. Sie kann von den Steuern als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Weitere relevante Möglichkeiten

Es gibt einige Arten von Versicherungen, die bei einer Promotion-Tätigkeit ratsam sein können. Wer sie hauptberuflich betreibt, sollte über eine Absicherung von Verdienstausfällen (z. B. durch Krankheit) nachdenken. Denn wenn man unvorhergesehen für längere Zeit ausfällt, weil man sich beispielsweise beim Skifahren das Bein gebrochen hat oder an einer chronischen Bronchitis erkrankt ist, hat das finanziell gesehen ernste Folgen. Ein massiver Verdiensteinbruch kann sogar zur Pleite führen, weil man steuerlichen Belastungen oder Vorauszahlungen nicht mehr nachkommen kann und zudem keinen Lebensunterhalt verdient. Hierfür gibt es spezielle Ausfalls-Versicherungen, die über die normale Leistung von Krankenkassen (Krankentagegeld) hinausgehen.
Auch sollte an eine KFZ-Haftplicht gedacht werden, sobald ein Fahrzeug für die Promotion-Tätigkeit zum Einsatz kommt. Das kann z. B. der Fall sein, wenn Sampling-Ware in einem Transporter zum Einsatzort gebracht werden soll und die Miete des Fahrzeugs in Eigenregie organisiert werden muss. In diesem Fall muss immer ein Tarif gebucht werden, welcher die KFZ-Haftpflicht schon enthält.
Wer es mit zweifelhaften Agenturen oder Auftraggebern zu tun hat, kann über eine Rechtsschutzversicherung nachdenken, die sich als nützlich erweist, wenn überfällige Honorarzahlungen gerichtlich eingefordert werden müssen. Da eine Rechtsschutzversicherung die monatliche Fixkostenbelastung jedoch weiter in die Höhe treiben würde und nur im seltensten Fall zum Tragen kommt, ist es besser, wenn unseriöse Jobangebote oder dubiose Anfragen einfach gemieden werden.
Wer strategisch geschickt vorgeht und gut arbeitet, kann sich im Laufe der Zeit ohnehin ein paar feste Agenturen als Partner aufbauen, von denen Folgeaufträge kommen und man weiß, dass Rechnungen püntklich bezahlt werden.