Tipps & Wissen

Steuerpflicht für Promoter

Wer als Promotion-Personal tätig ist, betreibt ein selbstständiges Gewerbe und muss sich somit an die geltenden Steuergesetze in Deutschland halten.
Als Einzelperson ist die größte Herausforderung die, den Überblick zu behalten und beim Finanzamt alles korrekt einzureichen. Mit etwas Erklärung wird man jedoch schnell feststellen, dass es gar nicht so schwer ist, bei der Steuerpflicht für Promoter durchzublicken.
Es gibt drei verschiedene Steuerarten, welche in diesem Bereich relevant sind. Hält sich der Umfang der Tätigkeit im Rahmen, sind diese zum eigenen Vorteil und besagen, dass keine Steuern gezahlt werden müssen.

Einkommenssteuer

Wer Geld verdient, muss zum Zweck des Allgemeinwohls dem Staat etwas abgeben. Das ist die Legitimation der Einkommenssteuer – es ist kein großes Geheimnis, dass der Staat kräftig mitverdienen möchte. Auch bei Promotion kommt das Einkommenssteuergesetz zum Tragen. Allerdings besagt dieses Gesetz auch, dass es einen Freibetrag gibt, der im Jahr 2018 bei 9.000 Euro lag. Das bedeutet: wenn der Jahresgewinn, welcher aus der Promotion-Tätigkeit erwirtschaftet wurde, weniger als 9.000 Euro beträgt, ist man von der Einkommenssteuer befreit und kann das Geld netto für sich behalten. Wird ein Promotionjob beispielsweise als Studentenjob oder reiner Nebenjob ausgeübt, trifft es oft zu, dass man den Freibetrag nicht überschreitet und daher keine Einkommenssteuer zahlen muss.
Betreibt man die Tätigkeit jedoch im großen Ausmaß (z. B. mehr als 10 Einsätze pro Monat), kann es sein, dass man den Freibetrag überschreitet. Das kommt nicht zuletzt daher, dass Gehälter im Promotion-Bereich meistens üppig sind (mehr als 10 Euro je Stunde). Wenn jemand beispielsweise jeden Monat mit Promotion ca. 1.000 Euro verdient, wird er am Ende des Jahres bei ca. 12.000 Euro Einkommen landen und damit einkommenssteuerpflichtig. Der Gewinn ist bei der nächsten Steuererklärung anzugeben und wird vom Finanzamt prozentual besteuert. Der Forderung vom Finanzamt ist dabei unbedingt nachzukommen. Die Prozentsätze der Einkommenssteuer sind gestaffelt und erhöhen sich, je größer das Einkommen ist. Nichtsdestotrotz wird die Steuerlast für Promotion-Personal in diesem Bereich gering ausfallen, weil sich nebenberuflich allein schon aufgrund der zeitlichen Kapazitäten nur in gewissem Umfang Geld verdienen lässt. Anders verhält es sich, wenn ein Promotionjob hauptberuflich ausgeübt wird (z. B. bei festen Langzeit-Promotions).
Unter dem Freibetrag zu bleiben, bedeutet nicht, dass man auf eine Steuererklärung verzichten kann. Man sollte seinen Gewinn trotzdem dem Finanzamt angeben. Wer dies nicht tut, muss mit einer Schätzung vom Finanzamt rechnen, bei der einfach das mögliche Einkommen geschätzt und daraufhin Steuern verlangt werden. Transparenz ist hier die beste Herangehensweise.

Gewerbesteuer

Promotionjobs auszuüben stellt ein selbstständiges Gewerbe dar, weshalb es unter Umständen sein kann, dass auch Gewerbesteuer anfällt. Auch hier gilt: Die Gewerbesteuer wird nur fällig, wenn man sein Gewerbe in großem Ausmaß (mit entsprechendem Gewinn) betreibt. Denn auch hier gibt es einen Freibetrag, der 24.500 Euro pro Jahr beträgt. Die meisten Studenten und Freelancer werden es nie schaffen, über diesen Betrag hinauszuschießen. Wer es doch tut, muss die Gewerbesteuer zahlen – diese setzt sich zusammen aus dem Steuermessbetrag, der Steuermesszahl und dem Hebesatz. Den Hebesatz legt jede Gemeinde selbst fest, weshalb es sein kann, dass im kleinen Ort ein anderer Steuerbetrag gezahlt werden muss als in der großen Stadt. Es handelt sich um eine Prozentzahl, mit welcher der Steuermessbetrag multipliziert wird (z. B. 250 %).
Der Steuermessbetrag errechnet sich aus dem Gewerbeertrag minus dem Freibetrag, multipliziert mit der Steuerkennzahl. Es klingt kompliziert, ist jedoch einfach: Wer unter 24.500 Euro bleibt, muss sich keine Sorgen machen.
Wenn eine Aufforderung vom Finanzamt kommt, eine Gewerbesteuererklärung abzugeben, kann in einem schriftlichen Schreiben auf die Einkommenssteuererklärung verwiesen werden, aus der ersichtlich ist, dass der jährliche Gewinn unter dem Freibetrag lag und man somit nicht der Gewerbesteuerpflicht unterliegt, eine Erklärung also überflüssig wäre. Die meisten Finanzämter akzeptieren das und schicken keine weiteren Schreiben, sodass man sich den Aufwand einer Gewerbesteuererklärung sparen kann.

Umsatzsteuer

Eine weitere Steuerart ist die Umsatzsteuer, die jedem aus dem normalen Warenverkehr im Alltag als Mehrwertsteuer bekannt ist. Jedes Produkt und jede Dienstleistung unterliegt dem Umsatzsteuergesetz. Dieses Gesetz bildet für die Finanzämter in Deutschland die größte Einnahmequelle. Hierbei wird der Mehrwert eines Produkts oder einer Dienstleistung besteuert. Natürlich gilt das Gesetz auch für Promotionjobs, welche eine Dienstleistung darstellen.
Normalerweise müssten Promoter ihren Auftraggebern Umsatzsteuer berechnen und sie auf das geforderte Netto-Honorar aufschlagen. Doch auch hier gibt es eine Sonderregelung, welche sich Kleinunternehmerregelung nennt. Wer die Promotion-Tätigkeit nicht hauptberuflich betreibt, fällt unter diese Kleinunternehmerregelung. Laut §19 des Umsatzsteuergesetztes besagt sie, dass Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer berrechnen müssen. Als Kleinunternehmer gilt laut Gesetz jeder, dessen Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 17.500 Euro nicht übersteigt. Rechnungen können mit Nettowerten ohne Mehrwertsteuer gestellt werden, müssen jedoch mit dem Vermerk versehen werden, dass man nicht zum Ausweisen von Umsatzsteuer verpflichtet ist.
Falls man mit seinen Promotion-Einsätzen mehr Umsatz macht und aus der Kleinunternehmerregelung rausfällt, gilt es, Umsatzsteuer zu berechnen. Diese muss an das Finanzamt abgeführt werden. Gibt man selbst etwas aus, kann die gezahlte Umsatzsteuer gegen gerechnet werden und mindert den Betrag, der an das Finanzamt abgeführt werden muss. Das Abführen der Mehrwertsteuer nennt sich Umsatzsteuervoranmeldung und geschieht vierteljährlich oder monatlich. Es ist ein Aufwand, auf den viele gerne verzichten möchten. Deshalb ist es wichtig, bei der erstmaligen Auskunft an das Finanzamt im steuerlichen Fragebogen anzugeben, dass der Umsatz aus der Promotion-Tätigkeit gering sein wird und man unter die Kleinunternehmerregelung fällt.

Fazit

Steuerliche Pflichten gelten auch für Promotion-Personal. Wenn der erwirtschaftete Gewinn jedoch weniger als 9.000 Euro beträgt und man sonst keine andere Einnahmequelle (z. B. Festanstellung) hat, muss überhaupt keine Steuer gezahlt werden.
Ab 9.000 Euro wird die Einkommenssteuer fällig, ab 17.500 die Umsatzsteuer und ab 24.500 Euro die Gewerbesteuer. Unabhängig von der Höhe des Umsatzes muss bei jeder nebenberuflichen Tätigkeit eine jährliche Steuererklärung abgegeben werden, um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden. Bei vielen Einsätzen und großem Verdienst kann es sinnvoll sein, sich einen Steuerberater zuzulegen. Die Kosten seiner Arbeit können bei der Steuererklärung dann als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.